Das war also einer der letzten Herbstag am Rande Wiens, Purkersdorf Naturpark Spaziergang, oder eher Bergsteigen – auch wenn Berg nicht ganz die korrekte Bezeichnung für den Hügel, der da neben der Kleinstadt in den Nachmittagshimmel wächst. Und doch nennt man diesen Teil des Wiener Walds, den wunderbaren Grüngürtel und Biosphärenpark rund um Wien, “Gelber Berg”. Also doch. Bergsteigen, das Gehirn mit den Höhenmetern waschen und einfach querfeldein Waldläufer sein, bis die Beine zittern und die Lunge die Herbstluft, ja, Geruchsanteil Wald, in die Lungen saugen lässt. Überhaupt ist der Wald für mich ein Ort der Nähe, der Träume und der versteckten Botschaften. Das hat was mit Liebe zu tun, Natur, aber auch mit Unbarmherzigkeit einer Welt, deren Tiefe unter den Schichten aus gefallenen Blättern unbekannt oder zumindest unverstanden ist. Und dem Leben, ansich, Unendlichkeiten an Leben in einem kalten Kosmos aus nassem Gras und krummen Bäumen. Der Winter kommt. Anscheinend. Da bleibt nur zu hoffen, dasz die Sonne nicht zu früh hinter den Hügeln verschwindet, denn die, die in den Nächten hier alleine stolpern verirren sich. Zeit. Nicht vergessen. Und so hangelt man also in dieser Welt, in der Dryaden Feste feiern, von Baumstamm zu Baumstamm, duckt sich unter zutief hängenden Ästen und wischt sich die klammen Spinnweben aus dem Gesicht. Kopfhoch, noch ein Schritt vorwärts die Steigung nach oben und kein Hindernis bleibt umwillkommen. Umwege finden. Der Ruf des Falkens in der Ferne. Steinig oder nicht, es macht nichts aus. Wenn man zurückblickt, weisz man warum. Man ist ja immerhin im Wald.

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