Am Rande von Wien steht eine alte Zementfabrik, genauer gesagt in Kaltenleutgeben. Und diese verwittert und verfällt vor sich hin, als ob es nur ein Erdbeben oder ähnliches bräuchte, um vom Antlitz der Erde zu verschwinden. Oder Bagger und neue Wirtschaftsraumentwicklungspläne. Eigentlich wär es recht schade darum, denn in all den verdrehten Eisenteilen und Betonbrocken steckt eine dem Verfall innewohnende Eleganz, ein Spiegel, vorgehalten durch Zeit, Wind, Wetter und jede Menge schwächelnde Moleküle. So ist das nun mal, wenn die aufstrebenden Träume von Grossindustriellen an der Wahrheit von Zahlen zerbrechen. Ich finde das ja schön, es erinnert ein wenig an Urgewalten und die Vergänglichkeit, gemischt mit der Coolness der megalomanischen Fähigkeit der Menschen, quasi Berge zu erichten. Auch wenn die nur ganz gerade nach oben gehen und aus Beton gemischt werden.

 

So, und um noch die NINC! Themenverwandtschaft zu zelebrieren sind hier eine handvoll HDR Fotos in die Galerie verpackt. HDR, also High Dynamic Range, ist eine Technologie, die, man könnte es so ausdrücken, mehr als Farbe einfängt. Jeder Pixel besteht zusätzlich aus Helligkeitsinformationen, was in der Nachbearbeitung ganz seltsame Belichtungseffekte erzeugen kann. Erstellt werden diese HDR Fotos mittels Belichtungsstufen, also 5 Fotos pro Bild, die dann im Photoshop ganz forsch zusammengefügt und konfiguriert werden. Normalerweise verwenden wir das, um 360° Panoramas von Locations zu erstellen, die die Beleuchtung fotorealsitisch in 3D Renderings und Animationen übertragen. Doch hier gehts nur um Kunst. Den Moment. Bzw. Dokumentation.

 

Und allen Abenteuerlustigen sei noch gesagt, sie stehen schon dort, die Bagger. Schnell noch ruinenschauen gehen!

 

Map Link: alte Zementfabrik Kaltenleutgeben bei Wien

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